Kreuzfahrtwissen

Internet und WLAN an Bord

Wie Internet auf See funktioniert, welche Pakete es gibt und wie du hohe Handykosten vermeidest.

Auf vielen Kreuzfahrten kannst du heute an Bord surfen und Nachrichten schreiben. Ganz wie zu Hause ist es aber nicht. Auf See kommt das Internet über Satellit, und dafür brauchst du in der Regel ein eigenes Paket der Reederei. Dazu kommt eine Kostenfalle: Dein Handy kann sich in ein teures Netz an Bord einwählen. Hier erfährst du, wie alles funktioniert und worauf du achten solltest.

Wie Internet auf See funktioniert

Weit draußen auf dem Meer gibt es keine Mobilfunkmasten. Die Schiffe sind deshalb über Satellit mit dem Internet verbunden. Mehrere Reedereien nutzen inzwischen Starlink. AIDA schreibt, dass alle AIDA Schiffe mit Starlink ausgestattet sind. Royal Caribbean nennt Starlink für jedes Schiff der Flotte, und auch NCL gibt an, mit Starlink zusammenzuarbeiten.

Trotzdem ist das Netz auf See nicht immer so schnell und stabil wie an Land. AIDA weist darauf hin, dass Verfügbarkeit und Geschwindigkeit unter anderem von der Position des Schiffs abhängen. Mein Schiff schreibt, dass auf See andere Geschwindigkeiten gelten. Bei Videotelefonaten oder beim Streaming kann es also mal stocken. Wenn du an Bord arbeiten musst, plane etwas Puffer ein.

WLAN ist nicht gleich Internet

Die Schiffe haben ein eigenes WLAN. Darüber erreichst du meist das Bordportal oder die App der Reederei, etwa für das Tagesprogramm, Reservierungen oder dein Bordkonto. Ins Internet kommst du damit aber nicht automatisch. Mein Schiff schreibt dazu ausdrücklich, dass das kostenlose Bordnetz noch keinen Internetzugang bietet. Dafür buchst du einen Internettarif.

Die Internetpakete der Reedereien

Jede Reederei hat eigene Pakete, und sie sind unterschiedlich aufgebaut:

  • Nach Datenvolumen: Du kaufst eine bestimmte Menge an Daten. Mein Schiff arbeitet zum Beispiel mit solchen Volumentarifen. Ist das Volumen aufgebraucht, kannst du einen weiteren Tarif buchen.
  • Als Flatrate: Du surfst ohne Datenlimit. AIDA bietet Internet-Flats auch für mehrere Geräte an. Der Onboard Chat dient dagegen nur dem Austausch mit Mitreisenden über die AIDA App.
  • Pro Gerät und Tag: Bei Royal Caribbean richten sich die Pakete nach Geräten und Tagen. Welche Nutzung das Paket erlaubt, prüfst du bei der Buchung.
  • Im Tarif enthalten: Manchmal ist Internet schon dabei. Bei Mein Schiff enthalten die Tarife PRO und PLUS ein Datenvolumen pro Person. Bei AIDA ist im Tarif COMFORT ALL IN eine Internet Flat enthalten.

Viele Pakete kannst du vorab im Kundenkonto der Reederei buchen, manche auch erst an Bord. AIDA nennt beides. Beträge nennen wir hier bewusst nicht, weil sie sich oft ändern. Was für deine Reise gilt, steht in der Reisebeschreibung oder im Kundenkonto der Reederei. Ob ein Tarif mit Internet sich für dich lohnt, liest du unter Tarife einfach erklärt.

Flussreisen: WLAN oft gegen Gebühr

Auf dem Fluss ist das Land nie weit. Viele Flussschiffe bieten WLAN an, bei nicko cruises zum Beispiel auf vielen Schiffen gegen Gebühr. Die Reederei weist darauf hin, dass ein durchgehender Empfang nicht immer gewährleistet ist. Auf Flüssen kann sich dein Handy außerdem in ein normales Mobilfunknetz an Land einbuchen. In der EU gilt dann in der Regel dein Tarif wie zu Hause.

Vorsicht mit dem eigenen Handy

Das ist der wichtigste Punkt dieser Seite. Auf See kann sich dein Handy in ein Netz einwählen, das über Satellit läuft. Dort gelten die EU-Roaming-Regeln nicht. Die EU-Kommission schreibt, dass solche Dienste meist teuer sind. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen kann das auch in Küstennähe in Europa passieren. Mein Schiff warnt ebenfalls: Über die Satellitenverbindung können sehr hohe Kosten für Telefon und Internet entstehen, die über deine normale Handyrechnung abgerechnet werden.

So schützt du dich:

  1. Flugmodus an, sobald das Schiff ablegt. Das Bord-WLAN kannst du trotzdem nutzen, wenn du WLAN wieder einschaltest.
  2. Daten-Roaming ausschalten, wenn du keine mobilen Daten nutzen möchtest. Das verhindert keine kostenpflichtigen Telefonate oder SMS. Wähle bei Bedarf ein Landnetz von Hand.
  3. Automatische Updates abschalten, damit Apps nicht im Hintergrund Daten laden.
  4. Warn-SMS ernst nehmen: Laut EU-Kommission solltest du eine SMS bekommen, wenn sich dein Handy in ein solches Netz einwählt.

Im Hafen: Roaming wie zu Hause

Liegt das Schiff im Hafen, kann sich dein Handy in ein normales Mobilfunknetz an Land einbuchen. In der EU sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und seit Januar 2026 auch in der Ukraine und Moldau telefonierst und surfst du dann in der Regel zu deinen Konditionen von zu Hause. Achte darauf, dass du wirklich im Landnetz bist und nicht im Netz des Schiffs. In anderen Ländern, zum Beispiel in Großbritannien, gelten die Preise deines Anbieters für das jeweilige Land. Frag vor der Reise bei deinem Mobilfunkanbieter nach. Welche Kosten an Bord sonst noch anfallen können, liest du unter Was kostet eine Kreuzfahrt wirklich?

Wir beraten dich

Du willst an Bord arbeiten oder brauchst unterwegs zuverlässig Internet? Dann lohnt sich ein Blick auf Reederei und Tarif schon bei der Buchung. In der persönlichen Beratung sagen wir dir, was bei deiner Wunschreise dabei ist.